Künstliche Intelligenz

09. Januar 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Heute sah ich auf YouTube die Dokumentation Künstliche Intelligenz - Wettlauf der Großmächte von ZDFinfo.

In der Reportage wurde durch künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung von Arbeitsschritten eine düstere Zukunft gezeichnet.

Ich halte keine der getroffenen Aussagen für falsch. Ich sehe die Entwicklung aber nicht so düster.

Sicher werden durch neue Technologien und der zunehmenden Automatisierung Jobs wegfallen. Gerade einfache wiederkehrende Tätigkeiten sind verhältnismäßig einfach zu automatisieren.

Durch selbstfahrende Autos und Züge tritt der Job als Fernfahrer oder Zugführer in den Hintergrund.

Im Einzelhandel wird es immer normaler werden, dass wir unsere Einkäufe selbst abkassieren, weil uns der Bezahlvorgang schneller und bequemer erscheint.

Arbeitsabläufe die daraus bestehen, Informationen in Datenbanken zu hinterlegen, werden automatisiert oder an den Kunden ausgelagert. Die Aufgaben fallen bei Sachbearbeitern oder Agent im Call Center künftig weg.

Tätigkeiten die Wissen und Urteilsvermögen verknüpfen, werden aus meiner Sicht auch in Zukunft bestand haben.

Die sachliche Arbeit des Juristen könnte automatisiert werden. Gesetzestexte und Urteile sind maschinenlesbar und die Wahrscheinlichkeit, ein Prozess zu gewinnen, könnte mittels neuronalem Netz besser beurteilt werden, als ein Mensch es je könnte. Bei der Urteilsfindung spielen aber nicht immer nur kalte Fakten eine Rolle, sondern auch Menschlichkeit, Reue und Emotionen. Es wird beim Juristen also auch in Zukunft Kopf und Herz von Nöten sein.

Auch wenn wir künftig vielleicht in der Lage sind, all unsere Verträge selbst zu verwalten und zu pflegen, wird es viele Menschen geben, den dazu die Zeit oder die Lust fehlt, sich mit dem digitalen Kundenbereich der Firma XY zu beschäftigen. Es wird Premiumservices geben, bei dem man seinen Vertragspartner per Chat, App oder Telefon bitten kann, die nötigen Änderung zu veranlassen. Reine Call Center werden zu Servicecentern und stehen Kunden auf unterschiedlichsten Wegen zur Verfügung.

Vermeintliche künstliche Intelligenz in meinem Alltag

Google gilt als Branchenprimus, was Werbealgorithmen im Internet angeht. Wenn ich mir jedoch ihren Algorithmus auf YouTube ansehe, erkenne ich keine Intelligenz. Schaue ich mir ein Video zum Vitamingehalt von Birnen an, bekomme ich in den kommenden Wochen weitere Videos zu Birnen und Vitaminen angezeigt. Von einem schlauen Algorithmus würde ich jedoch erwarten, dass er erkennt, dass es mir um ein gesünderen Lifestyle geht und nicht um Birnen.

Apple macht es hier ebenfalls nicht besser. Siri soll Apples Antwort sein auf einen smarten Assistenten. Mit der Funktion App-Vorschläge soll sie mir anzeigen, welche Apps ich als Nächstes gebrauchen könnte. Auch diese Funktion ist nicht sonderlich intelligent, obwohl sie als das beworben wird. Sie listet viel mehr Apps auf, die ich häufig nutze oder zu einer gewissen Tageszeit nutze. Wenn ich mich jedoch in einer fremden Stadt befinde, kommt Siri nicht auf die Idee, mir die Karten-App vorzuschlagen oder eine Wörterbuch-App, wenn ich in einem fremden Land bin.

Ich bin seit fast 10 Jahren auf Instagram unterwegs und Facebook spielt seit einigen Jahren Werbung über die App aus. Trotz der jahrelangen Nutzung ist die Trefferquote an passender Werbung bisher sehr, sehr niedrig. Statt cleverer Werbung wird hier aus meiner Sicht immer dieselbe Produktkategorie angepriesen.

Ich habe aber auch Beispiele, wo künstliche Intelligenz in meinem Alltag schon sehr gut funktioniert.

Ein gutes Beispiel ist die Gesichtserkennung von Apples Foto auf allen Geräten. Die Software erkennt nach etwas Übung nahe zu 100 Prozent aller Personen richtig. Und obwohl andere große Rechenzentren dafür benötigen, läuft diese Software sehr zuverlässig auf so kleinen Geräten wie iPhones. Good job Apple.

Mein zweites Beispiel ist die Sprachsynthese, die im Vocie Dream Reader genutzt wird. Die Stimmen kommen von Ivona und Acapela. Beeindruckend ist, wie gut sich die Betonung der Wörter, Sätze und Absätze verbessert hat. Ich bin optimistisch, dass wir in 10 - 15 Jahren nicht mehr erkennen können, ob ein Text von einem Menschen oder einer Maschine vorgelesen wurde.

Man darf die Augen vor dem, was kommt, nicht verschließen, in Panik zu verfallen ist aber sicher auch nicht nötig.

Das war es schon von meiner kleinen, unbedeutenden Meinung. Ich hoffe, ich bin niemanden auf die Füße getreten und konnte mein Standpunkt gut darstellen.

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