Untererfassung

23. Mai 2021 - Lesezeit: 1 Minute

Seit Monaten frage ich mich, wie die Menschen in Afrika die Pandemie überstehen, wenn die indische Bevölkerung doch so sehr darunter leidet. Die Berichterstattung und Inzidenzwerte erschienen vergleichsweise gut. Doch wie Kai Stoppel berichtet, scheint das eher an der geringen Testung zu liegen.

Die Studie in Kenia zeigt deutlich, wie massiv die Untererfassung ist: Nur 2,4 Prozent aller Corona-Infektionen in Nairobi wurden laut den Autoren offiziell erfasst. Die tatsächliche Verbreitung des Virus war demnach 42 Mal höher als bislang bekannt. Eine gigantische Dunkelziffer also. Dies hat auch Auswirkungen auf eine andere Kennzahl: die Sterblichkeit. Denn gibt es mehr Fälle als angenommen, sinkt die Sterblichkeit, also die Zahl der Todesfälle pro Infizierter. Laut der ihnen verfügbaren Daten errechneten die Forscher, dass in Nairobi auf 100.000 Infektionen gerade mal 40 Todesfälle kamen: "Mindestens 10 Mal weniger als frühere Schätzungen für Ostafrika und 20 bis 25 Mal niedriger als in Europa oder den Vereinigten Staaten". – „Das Corona-Rätsel von Afrika“ - Kai Stoppel für n-tv.de