Homeoffice hat was verändert
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Homeoffice hat was verändert

Homeoffice hat was verändert
Photo by Chris Bemmerl / Unsplash

Dank Volker habe ich den Artikel von Mark Bergen für bloomberg.com gelesen und möchte zu folgender Aussage ein paar Gedanken loswerden.

Two years into the pandemic, the older generation of executives — even those inside Silicon Valley — aren’t accustomed to managing workforces remotely. “Leaders find it really hard to lead virtually,” Bock said.

Ich selbst bin Führungskraft. Ich selbst muss ein Team auf die ferne führen. Ich selbst finde führen auf die Ferne schwieriger. Ich selbst arbeite auch gerne zu Hause. Man sagt mir einen modernen Führungsstil nach und ich gönne es jedem meiner Mitarbeiter zu Hause arbeiten zu können. Viele sind dort produktiver und können Berufs- und Privatleben besser miteinander vereinbaren.

Als moderne Führungskraft sieht man nicht nur die reine Arbeitsleistung seiner Mitarbeiter, sondern sieht auch – bewusst oder unbewusst – wie sich verhalten und wie sie miteinander arbeiten.
Offensichtlich hat das Homeoffice kurzfristige Vorteile. Homeoffice bringt aber auch Nachteile mit sich, die nicht sofort erkennbar sind, weil die Veränderungen schleichend voranschreiten.

Das Homeoffice hat was verändert!
Auch wenn wir uns täglich austauschen, sind wir distanzierter. Auch wenn wir immer noch lachen, lachen wir weniger. Auch wenn wir uns immer noch gut verstehen, kommt es öfter zu Missverständnissen. Auch wenn es sich nicht jeder eingestehen mag, im Homeoffice sind wir einsamer. Gleichzeitig sind wir im Homeoffice auch gestresster. Wenn die Kinder oder Partner jeder Zeit mit uns kommunizieren kann, werden sie das unabhängig von Absprachen auch tun.
Das Büro hilft uns, Privates von Beruflichen zu trennen. Das Büro schützt ein stückweit vor Überlastung. Das Büro ist sozialer. Das Büro verbindet Menschen.

Ich habe keine Ahnung, was nach der Pandemie der bessere Arbeitsort ist. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass Homeoffice in der Arbeitsform, wie wir es in den letzten zwei Jahren gelebt haben, uns auf Dauer nicht glücklicher macht.

Ich denke von Zeit zu Zeit darüber nach, ob mit einem selbstbestimmten Arbeitsort nicht auch ein anderes Arbeitszeitmodell einhergehen muss.
Wenn ich entscheiden kann, wo und wann ich arbeite, macht die Bezahlung auf erbrachte Arbeitszeit zunehmend weniger Sinn. Müsste dann nicht eher eine Bezahlung auf erbrachte Arbeitsleistung erfolgen? Eine leistungsorientierte Arbeitswelt macht das Arbeiten in jedem Fall auch strenger, kühler und distanzierter.
Wollen wir so eine Arbeitswelt? Ich für meinen Teil kann sagen, das möchte ich nicht.
Ich lache gerne mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich schätze die Erinnerung, auch mal eine Pause einzulegen oder die kurzen inhaltslosen Gespräche an der Kaffeemaschine. Selbst ein einfacher Gruß auf dem Flur ist vertrauter als ein Gespräch in der Videokonferenz. Ich halte den Weg ins Büro für unabdingbar, wenn wir eine gewisse Nähe beibehalten wollen. Verlieren wir die Nähe, verlieren wir die Menschen und die Kultur.