Anna Ströbele Romero hat für tagesspiegel.de den Artikel »Alternativen zu Big Tech: Europäische Lösungen müssen besser „zusammenkleben“« geschrieben. Darin geht es um europäische Digitalangebote und ihre Chancen jenseits der großen US-Konzerne. Aus dem Text greife ich drei Absätze heraus, die besonders aufschlussreich sind.
„Wir sind verwöhnt. Wir sind es gewohnt, das beste Produkt zu dem niedrigsten Preis zu beschaffen“, warf Philippe van Damme bei der Veranstaltung am Mittwoch ein. Als stellvertretender Generaldirektor der DG Digitale Dienste (DIGIT) ist er für die IT der Kommission verantwortlich. In öffentlichen Ausschreibungen explizit europäische Unternehmen zu bevorzugen sei nicht so einfach, sagte er. Schließlich seien die US-Hyperscaler auch in Europa ansässig und damit europäische Unternehmen. „Gegen sie zu diskriminieren ist nach unseren eigenen Regeln verboten“, mahnte van Damme.
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Am 25. März plant die Kommission außerdem, ein „Paket für die digitale Souveränität“ vorzustellen. Dieses umfasst eine Open-Source-Strategie, den Chips Act 2 und den „Cloud and AI Development Act“. Ziel ist, das europäische Ökosystem und die Kapazitäten zu stärken.
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Doch eine Eigenschaft mache Microsofts Produkte besonders attraktiv – sie seien wie eine Schüssel Spaghetti: „Man nimmt eine hoch und alles klebt daran.“ Damit meint sie, dass die Dienste sehr gut ineinandergreifen. In Europa fehlten hingegen gut integrierte Software-Pakete für Endnutzer.
Tim Hoffmann, Leiter für digitale Souveränität bei Mercedes Benz, griff dieses Bild auf. Europäische Tech-Lösungen verglich er mit einer Tasse ungekochtem Reis: Man nehme ein Korn raus und es sei überhaupt nicht mit dem Rest verbunden. Kunden wie Mercedes bräuchten hingegen eine verknüpfte Lösung: „Das ist die wahre Magie für die Konzerne“, meinte Hoffmann.
Am Ende zählt, was auf dem Teller liegt. Wer integrierte Lösungen will, muss sie zubereiten und nicht nur bestellen.
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