Leonard Schulz schreibt in »Digitale Unabhängigkeit: Wie der Bundestag den Absprung von Microsoft & Co. schaffen will« für table.media

Vieles in der Kommission deutet daraufhin, Microsoft perspektivisch immer weniger einzusetzen. Derzeit stellt die Bundestagsverwaltung für mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Parlament und in den Wahlkreisbüros standardmäßig Microsoft 365 bereit – ergänzt um eine Open-Source-Alternative, die sogenannte Phoenix-Suite. Die Suche nach einem vollwertigen Ersatz ist noch nicht abgeschlossen. Die Nutzererfahrung und die enge Verzahnung der Microsoft-Produkte gelten als hohe Hürde. Eine europäische All-in-One-Lösung, die Cloud-Infrastruktur und Arbeitsplattform nahtlos integriert, existiert bislang nicht.

Digitale Souveränität birgt damit auch das Risiko einer Fragmentierung der IT-Landschaft. Intern setzen viele auf die von der SAP-Tochter Delos und Microsoft geplante Cloud-Plattform, in die Microsoft-Dienste integriert werden können. Die in Deutschland betriebene Cloud könnte als Übergangslösung dienen, um zumindest kurzfristig mehr Kontrolle zu gewinnen – und zugleich die Arbeitsfähigkeit des Parlaments ohne harten Schnitt zu sichern. „Wir müssen nach vorne schauen und gleichzeitig den laufenden Betrieb gewährleisten“, so die Vizepräsidentin. Langfristig habe man Stackit im Blick, die Cloud-Plattform der Schwarz-Gruppe.

Obwohl Hoffnung die letzte ist, die stirbt, bleibe ich skeptisch.