Der Gedanke hinter KERN-UX zielt darauf ab, dass Seiten und Tools der öffentlichen Verwaltung einheitlich bedienbar sind. Statt jedes Land eigene Workflows und vermeintlich clevere Interface-Designs entwickelt, soll die Bedienung überall gleich sein. Der verlinkte Artikel steht zwar hinter einer Paywall, das folgende Zitat zeigt aus meiner Sicht aber, dass Hessen und Bayern daran kein Interesse haben.
Chiara Maurer schreibt in »Digitale Dachmarke: Staatliche Websites in Uniform« für tagesspiegel.de
Skeptischer ist Hessen bei Kern UX. Der finanzielle Mehrwert ergebe sich vor allem dann, „wenn noch kein anderes Designsystem im Einsatz ist und ein Portal oder Dienste neu aufgesetzt werden“. Eine Integration in Bestandssysteme sei unwirtschaftlich, da der Nutzen in komplexen Fachverfahren bisher nicht ausreichend nachgewiesen sei. Auch Bayern betont den notwendigen Ausgleich. Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) erklärte: „Deutschland wird kein moderner Digitalstaat, wenn jedes Bundesland versucht, das digitale Rad neu zu erfinden.“ Zugleich sei es „richtig und wichtig“, regionalen Identitäten auch digital Sichtbarkeit zu verleihen. Es brauche „den richtigen Mix aus einheitlichen Standards, standardisierten Schnittstellen und regionalem Wiedererkennungswert“.
Zum besseren Verständnis: Ein einheitliches UX bedeutet nicht, dass die Seiten optisch identisch aussehen müssen. Es geht um die Bedienbarkeit. Wenn Bayern blau-weiß mit Bratwurstlogo will, lässt sich das mit KNER-UX ebenfalls umsetzen.