Author schreibt in »Open Source in den Bundesländern: Findet Schleswig-Holsteins Modell Nachahmer?« für tagesspiegel.de

Der Landesdigitalminister Steffen Schütz (BSW) will das aber nicht als reine Sparaktion verstanden wissen. Open Source sei nicht einfach billiger als die klassischen US-Hyperscaler-Produkte. „Die Kosten habe ich ja eh schon“, betonte Schütz am Dienstag gegenüber Tagesspiegel Background. „Wir wollten ein cooles Konzept, das Konzept war entscheidend.“

Denn schon seit der vergangenen Legislatur in Thüringen will das Land auf Open-Source-Produkte umsteigen. Einiges ist schon in den Landesbehörden im Einsatz und kostet entsprechend Geld. Schütz geht zwar davon aus, dass ein Umstieg auf mehr Open Source auf die lange Sicht Kosten spare, gegenüber dem Fall, dass Thüringen einfach weiter bei den US-Produkten bleibt. „Wir können absehen, was wir einsparen“, sagt der Minister. „Aber damit ist es nicht getan.“ Ganz wichtig seien auch Schulungen für das Personal. Somit entstehen durch den Umstieg zunächst auch Mehrkosten.

Open Source in der Verwaltung ist kein Sparprogramm. Im Vordergrund steht die digitale Souveränität: Wechselfähigkeit zwischen Anbietern bleibt erhalten, Know-how entsteht in der eigenen Organisation. Kosten können sinken, müssen sie aber nicht zwangsläufig.