Notes
Kurze Gedanken, Fundstücke und Notizen zu Technik, Gesellschaft und allem, was mich gerade beschäftigt.
Digitale Souveränität jenseits der Mythen
Ich befasse mich seit mehreren Jahren intensiv mit digitaler Souveränität. Das begann lange bevor der Begriff zum Modewort wurde und dabei an Kontur verlor. Mythos 1: Digitale Souveränität nur mit Open Source? Open Source wird häufig mit digitaler Souveränität gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung greift zu kurz. Open Source kann den Vendor Lock-in verringern, ihn aber nicht vollständig vermeiden. Der öffentliche Diskurs richtet sich oft auf große und vergleichsweise leicht umsetzbare Migrationen. Dazu zählen Groupware wie E-Mail, Kalender und Kontakte, Kommunikationsplattformen oder Office-Lösungen. Solche Wechsel lassen sich politisch gut vermitteln, auch weil es inzwischen ausreichend nutzbare Alternativen gibt. Die zentrale Herausforderung liegt dabei weniger in der Technik als in den finanziellen Rahmenbedingungen. ...
Elizabeth Tower
481,4 Millionen Euro
Svenja Bergt schreibt in »Digitale Abhängigkeit von den USA: Bund zahlt mehr für Microsoft-Lizenzen« für taz.de Trotz der Pläne, Deutschland digital unabhängiger von den USA zu machen, sind die Ausgaben des Bundes für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 481,4 Millionen Euro zahlten die Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes 2025 an Microsoft, so die Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung Dossier berichtete. ...
Abhängigkeiten tatsächlich reduzieren
Frank Karlitschek schreibt in »Digitale Souveränität: Europas digitale Zukunft braucht einen souveränen Plan A« für tagesspiegel.de Digitale Souveränität entsteht nicht dadurch, dass Alternativen bereitliegen. Sie entsteht dadurch, dass sie im Regelbetrieb genutzt werden. Nur so lassen sich Abhängigkeiten tatsächlich reduzieren, Kostenstrukturen verändern und eigene technologische Kompetenzen aufbauen. Eine Definition, die Nutzung ausdrücklich offenlässt, erklärt Stillstand zur souveränen Option. ...