Hohe Abhängigkeit und schwache Resilienz

Capgemini hat den Report »Digital sovereignty. From policy ambition to executive imperative« als eine Art Bestandsaufnahme zur digitalen Souveränität veröffentlicht. Die Kernaussage lautet, dass digitale Souveränität vom politischen Anspruch zur zentralen Aufgabe der Unternehmensführung geworden ist. Die Studie weist auf große Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit hin. Kaum eine Organisation erreicht volle Kontrolle und Resilienz in allen kritischen Bereichen. Nur ein Prozent verfügt über eine starke Souveränität mit geringen Lücken. 86 Prozent weisen eine hohe Abhängigkeit und schwache Resilienz in kritischen Bereichen auf. 13 Prozent zeigen eine uneinheitliche Reife mit spürbaren Lücken. Der Report richtet sich an Organisationen, die ihre Abhängigkeiten wirklich reduzieren und digitale Souveränität aufbauen wollen. ...

9. September 2026 · 1 Minute · 197 Wörter

Virtuellen Akteure

Stefan Krempl schreibt in »Unheimliches Schwarmverhalten: OpenAI-Agenten kollaborieren auf deutschem Wiki« für heise.de Rund 18.000 Beiträge hinterließen die virtuellen Akteure ab Mai auf der lange Zeit frei bearbeitbaren Website DSEwiki. Die Forscher zählten über 3700 unterschiedliche Identitäten. Neben technischen Indikatoren gaben sich die Modelle in ihren Namen teils selbst als OpenAI-Systeme zu erkennen, etwa als „OpenAIResearcher“ oder „OAIResearchMar26“. Die Meldung habe ich die letzten Tage mehrfach gelesen. Weil sie dem Angriff auf Hugging Face ähnelte, habe ich sie zunächst als Nischenmeldung eingeordnet. ...

7. September 2026 · 1 Minute · 132 Wörter

Cloud Souveränität

Benjamin Hilbricht und Oliver Voß schreibt in »C3A-Katalog: Die BSI-Kriterien für souveräne Clouds« für tagesspiegel.de Strategische Souveränität: Der Cloud-Anbieter muss EU- oder deutschem Recht unterliegen. Deutsche oder EU-Behörden müssen eine effektive Kontrolle vornehmen können. Wenn sich ein amerikanischer, chinesischer oder sonstiger Nicht-EU-Akteur in einen Cloud-Anbieter einkauft oder ihn übernimmt, muss das Unternehmen drei Monate im Voraus seine Kunden davor warnen. Rechtliche Souveränität: Einmal im Jahr muss der Cloud-Anbieter Nicht-EU-Gesetze identifizieren, die sich auf sein Geschäft auswirken, und eine Risikoanalyse vornehmen. Ein Beispiel wäre der US Cloud Act. Außerdem enthält der Abschnitt ein Kriterium für den Verteidigungsfall. Als souverän gelten Cloud-Anbieter, die Wissen, Fähigkeiten und Personal vorhalten, sodass der Staat die Cloud-Services im Verteidigungsfall selbst steuern kann. Datensouveränität: Dieser Punkt ist sehr umfangreich. Hier spezifizieren Kriterien, ob und wie viel Kontrolle die Kunden über die Metadaten und Daten haben und wo diese gespeichert werden. Es wird verlangt, dass der Cloud-Anbieter ein externes Management für kryptografische Schlüssel zulässt. Dadurch würde gewährleistet, dass er Kundendaten nicht selbst entschlüsseln kann. Auch die Möglichkeit, die Nutzeridentitäten außerhalb der Cloud zu managen, gilt als Muss. Betriebssouveränität: Auch dieser Punkt ist sehr umfangreich. Unter anderem finden sich hier die eingangs erwähnten Kriterien, dass die Rechenzentren 90 Tage lang ohne jegliche Verbindung zu Nicht-EU-Staaten laufen können müssen. „Wir müssen die Kabel zu den US-Backbones physisch rausziehen können und trotzdem muss ein Rechenzentrum in Europa betriebsfähig bleiben“, sagt BSI-Vize Caspers. Lieferketten: Hier müssen souveräne Unternehmen ihre Abhängigkeiten in Software, Hardware und Diensten inventarisieren und am besten einen dokumentierten Prozess für den Problemfall vorhalten. Technologische Souveränität: Hier verlangt das Bundesamt, dass es ein Backup des Quellcodes auf einem Speicher in der EU gibt. Der Code darf nicht älter sein als 24 Stunden und muss dokumentiert sein. Cloud-Anbieter, die in Deutschland tätig sein wollen, müssen für den Notfall eine Strategie vorhalten, wie sie ihre Dienste weiter liefern können. Zusätzlich können sie nachweisen, dass sie eigene Leute haben, die die Entwicklung und Wartung der Dienste übernehmen können, falls die Lieferung aus dem EU-Ausland abbricht. Der Artikel ist auch über das oben genannte Zitat hinaus interessant. Den C3A-Katalog kann man hier einsehen.

27. April 2026 · 2 Minuten · 349 Wörter

Ausstieg aus der Cloud erschwert

Jürgen Geuter beschreibt in »Verteuerte Hardware: KI-Konzerne verhindern den Ausstieg aus der Cloud« bei Golem ein Szenario, das wie eine Verschwörungstheorie wirkt. Demnach kaufen große Tech-Konzerne den Markt für KI-Hardware leer, während Unternehmen und öffentliche Einrichtungen unabhängiger werden wollen. So werde der Ausstieg aus der Cloud erschwert. Auch wenn hier möglicherweise mehrere Entwicklungen zusammenfallen, ist der Kern der Beobachtung nicht von der Hand zu weisen. Die Frage ist, welche Konsequenzen daraus folgen sollen. Sollen lokale Chipfertiger die Lösung sein? Dass Souveränitätvorhaben auf Chipebene brechen, ist seit Längerem Konsens. Kurzfristig lässt sich das kaum ändern. Entweder sinkt die Nachfrage der KI-Unternehmen, etwa wenn die Blase platzt oder die Hersteller bauen ihre Kapazitäten aus.

9. März 2026 · 1 Minute · 112 Wörter

481,4 Millionen Euro

Svenja Bergt schreibt in »Digitale Abhängigkeit von den USA: Bund zahlt mehr für Microsoft-Lizenzen« für taz.de Trotz der Pläne, Deutschland digital unabhängiger von den USA zu machen, sind die Ausgaben des Bundes für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 481,4 Millionen Euro zahlten die Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes 2025 an Microsoft, so die Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung Dossier berichtete. ...

9. Februar 2026 · 1 Minute · 143 Wörter