Hohe Abhängigkeit und schwache Resilienz

Capgemini hat den Report »Digital sovereignty. From policy ambition to executive imperative« als eine Art Bestandsaufnahme zur digitalen Souveränität veröffentlicht. Die Kernaussage lautet, dass digitale Souveränität vom politischen Anspruch zur zentralen Aufgabe der Unternehmensführung geworden ist. Die Studie weist auf große Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit hin. Kaum eine Organisation erreicht volle Kontrolle und Resilienz in allen kritischen Bereichen. Nur ein Prozent verfügt über eine starke Souveränität mit geringen Lücken. 86 Prozent weisen eine hohe Abhängigkeit und schwache Resilienz in kritischen Bereichen auf. 13 Prozent zeigen eine uneinheitliche Reife mit spürbaren Lücken. Der Report richtet sich an Organisationen, die ihre Abhängigkeiten wirklich reduzieren und digitale Souveränität aufbauen wollen. ...

9. September 2026 · 1 Minute · 197 Wörter

Frankreich und Deutschland zur digitalen Souveränität

Das gemeinsame Papier von Frankreich und Deutschland zur digitalen Souveränität vom 17. Juni 2026 legt einen politischen Rahmen fest, mit dem Europa seine kritischen Abhängigkeiten von digitalen Technologien, Ressourcen, Produkten und Diensten aus Drittstaaten verringern soll. Diese Abhängigkeiten ziehen sich durch die gesamte technologische Kette, von der IT-Infrastruktur über Software bis hin zu Datenverarbeitung und künstlicher Intelligenz. Das Papier bündelt defensive und proaktive Maßnahmen, verbindet Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Fähigkeiten und definiert digitale Souveränität über sechs Kerndimensionen. Konkrete Schwächen bleiben allerdings sichtbar. Das Papier ist rechtlich nicht bindend, klammert Verteidigung und nationale Sicherheit aus, schafft keine Beschaffungsauflagen für Unternehmen und begründet keine Investitions- oder Ausgabenpflichten für Mitgliedstaaten. Es nennt keine Fristen, keine Finanzierung und keine messbaren Ziele und überlässt die praktische Umsetzung späteren EU-Gesetzgebungsverfahren. Zentrale Begriffe wie “vertrauenswürdige Partner” oder “sensibelste Daten” bleiben unscharf, und viele Vorgaben stehen unter dem Vorbehalt der Verhältnismäßigkeit und offener Märkte, was den verbindlichen Kern verwässert. Es wird daher ein Vermutlich ist es nur ein weiteres Paper, das vorerst keine Veränderung bewirkt.

17. Juni 2026 · 1 Minute · 167 Wörter

Cloud Sovereignty Criteria in Europe

Die Studie »Cloud Sovereignty Criteria in Europe« von Bitkom e.V. skizziert Leitlinien für eine europäische Cloud-Politik, die digitale Souveränität stärkt, ohne den Binnenmarkt zu zersplittern. Kernaussage ist, dass Schutzmaßnahmen ausgewogen, evidenzbasiert und verhältnismäßig ausgestaltet sein müssen, nicht diskriminierend wirken dürfen und vollständig mit EU-Recht sowie internationalen Handelsverpflichtungen wie WTO GPA und GATS vereinbar bleiben sollen. Anforderungen sollen klar definiert und flexibel anwendbar sein, um unnötige Komplexität, Rechtsunsicherheit und zusätzliche Belastungen für Anbieter und Nutzer zu vermeiden. Herausgegeben wurde die Publikation 2026 von Bitkom e.V. in Berlin.

15. Mai 2026 · 1 Minute · 86 Wörter

Faire Wettbewerbsbedingungen

Die Gesellschaft für Informatik (GI) fordert in »Offener Brief an den Herrn Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS): Digitale Souveränität an Hochschulen – Dringender Handlungsbedarf für eine faire Marktsituation (openDesk vs. Microsoft)«, dass der Bund Maßnahmen ergreift, um die digitale Souveränität der Hochschulen zu stärken und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Open-Source-Lösungen (wie OpenDesk) und proprietären Anbietern wie Microsoft zu schaffen. ...

16. Februar 2026 · 1 Minute · 81 Wörter

Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität

Der EU-Souveränitätsgipfel am Dienstag dürfte interessant werden. Der aktuelle Entwurf der »Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität« zeigt deutliche Spuren wirtschaftlicher Einflussnahme. Eine präzise Zusammenfassung des Dokuments bietet der Tagesspiegel Background. Johannes Kuhn schreibt in »EU-Souveränitätsgipfel am Dienstag: Wie konkret wird das Aufbruchssignal?« für tagesspiegel.de Kurz: Souveränität ja, aber keine (ohnehin unmögliche) Autarkie, sondern Offenheit „für vertrauenswürdige globale Partner“. Wie die Vertrauenswürdigkeit definiert werden sollte, definiert die unverbindliche Absichtserklärung wie erwartet nicht. ...

17. November 2025 · 1 Minute · 171 Wörter