Politisch motivierte Vorgabe

Die Ausarbeitung »Vergabeverfahren zur Bereitstellung, Entwicklung und Änderung von Computersoftware« der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages geht der Frage nach, ob öffentliche Auftraggeber ihre Softwarebeschaffung auf Open Source Software beschränken dürfen. Die Kernaussage lautet, dass eine solche Beschränkung vergaberechtlich weder generell unzulässig noch uneingeschränkt zulässig ist. Entscheidend sind die Grundsätze der Gleichbehandlung, Nichtdiskriminierung, Transparenz sowie der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Eine pauschale Festlegung auf Open Source Software gilt als produkt- oder herkunftsbezogene Beschränkung und ist nur zulässig, wenn sie durch objektive Sachgründe wie IT-Sicherheit, Interoperabilität oder die Vermeidung von Vendor-Lock-in gerechtfertigt und dokumentiert ist. ...

17. Juli 2026 · 1 Minute · 106 Wörter

Faire Wettbewerbsbedingungen

Die Gesellschaft für Informatik (GI) fordert in »Offener Brief an den Herrn Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS): Digitale Souveränität an Hochschulen – Dringender Handlungsbedarf für eine faire Marktsituation (openDesk vs. Microsoft)«, dass der Bund Maßnahmen ergreift, um die digitale Souveränität der Hochschulen zu stärken und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Open-Source-Lösungen (wie OpenDesk) und proprietären Anbietern wie Microsoft zu schaffen. ...

16. Februar 2026 · 1 Minute · 81 Wörter

freedom of action

Dries Buytaert schreibt in »The Software Sovereignty Scale« für dri.es Sovereignty is not about where a company is headquartered or where software was originally written. It is about whether you retain “freedom of action” over the technology you depend on, even if the vendor changes strategy, gets acquired, or disappears. Der Artikel enthält viele zutreffende Überlegungen zum Thema Souveränität. Auch der vorgeschlagene Ansatz, Souveränität messbar zu machen, ist interessant.

11. Februar 2026 · 1 Minute · 69 Wörter

Fällt der gesamtwirtschaftliche Nutzen

In der Studie »Vibe Coding Kills Open Source« untersuchen Miklós Koren, Gábor Békés, Julian Hinz und Aaron Lohmann die möglichen Auswirkungen von KI-gestütztem Programmieren auf Open-Source-Software. KI senkt die Kosten, bestehende Bibliotheken zu nutzen und neue Anwendungen darauf aufzubauen. Gleichzeitig nimmt aber die direkte Beteiligung ab. Weniger Entwickler lesen Dokumentationen, melden Fehler oder beteiligen sich an öffentlichen Diskussionen. Diese Formen der Beteiligung stellen heute eine wesentliche Quelle für Sichtbarkeit, Nachfrage und Einkommen von Maintainerinnen und Maintainern dar. In ihrem ökonomischen Modell zeigen die Autoren, dass bei wachsendem Vibe Coding unter den heutigen Finanzierungsmechanismen weniger neue Open-Source-Projekte entstehen und bestehende seltener weiterentwickelt werden. Die verfügbare Open-Source-Software nimmt ab, ihre durchschnittliche Qualität sinkt. Obwohl die Produktivität gestiegen ist, ist der gesamtwirtschaftliche Nutzen dadurch geringer. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Open Source in seiner heutigen Form nur dann bestehen kann, wenn sich die Vergütung und Anreizstrukturen für Maintainer grundlegend ändern.

8. Februar 2026 · 1 Minute · 149 Wörter

Immer weniger einzusetzen

Leonard Schulz schreibt in »Digitale Unabhängigkeit: Wie der Bundestag den Absprung von Microsoft & Co. schaffen will« für table.media Vieles in der Kommission deutet daraufhin, Microsoft perspektivisch immer weniger einzusetzen. Derzeit stellt die Bundestagsverwaltung für mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Parlament und in den Wahlkreisbüros standardmäßig Microsoft 365 bereit – ergänzt um eine Open-Source-Alternative, die sogenannte Phoenix-Suite. Die Suche nach einem vollwertigen Ersatz ist noch nicht abgeschlossen. Die Nutzererfahrung und die enge Verzahnung der Microsoft-Produkte gelten als hohe Hürde. Eine europäische All-in-One-Lösung, die Cloud-Infrastruktur und Arbeitsplattform nahtlos integriert, existiert bislang nicht. ...

3. Februar 2026 · 1 Minute · 183 Wörter